Wednesday, July 18, 2012

Blaue Stunde / Hora azul - Gottfied Benn

HORA AZUL

I

Entro en la hora oscuramente azul –
está allí el portal, la cadena se cierra
y ahora en el cuarto un rojo en una boca
y una vasija de rosas tardías – ¡tú!

Ambos sabemos que esas palabras,
tantas veces dichas entre tú y yo y ofrendadas
son ya nada entre nosotros y están fuera de lugar:
esto es todo y es el último tren.

Lo no-dicho hasta ahora se ha extendido
y colma el cuarto y se piensa para sí mismo
la Hora –nada espera y nada lamenta–
con su vasija de rosas tardías – ¡tú!

II

Tu cabeza discurre, es blanca y quiere protegerse,
sin embargo, se amontonan en tu boca
todo el gozo, la púrpura y las flores
de la heredada tierra de tus ancestros.

Eres tan blanca, se piensa que caerás en copos
con toda la nieve, ante todas las deshojadas
rosas blancas mortuorias, miembro a miembro – Corales
sólo en los labios, tal grande y dura herida.

Eres tan suave, traes una especie de hechizo,
la fortuna de abismarse y el peligro de caer
en una azul, oscuramente azul, hora
y cuando ella pasa, nadie sabe si pasó.


III

Yo te pregunto, ¿eres ya de otro?,
¿para qué me traes las rosas tardías?
Tú dices, vuelan los sueños, las horas pasan,
¿qué es todo esto: él y yo y tú?

«Cuanto se eleva, busca también su caída,
cuanto se vive – quién lo sabe con certeza.
La cadena se cierra, calla entre estos muros
y allí donde es ancho, alto y oscuro azul.»


Gottfried Benn
Traducción de Carlos Ciro


* * *


Blaue Stunde

I
Ich trete in die dunkelblaue Stunde -
da ist der Flur, die Kette schließt sich zu
und nun im Raum ein Rot auf einem Munde
und eine Schale später Rosen – Du!

Wir wissen beide, jene Worte,
die jeder oft zu anderen sprach und trug,
sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte:
dies ist das Ganze und der letzte Zug.

Das Schweigende ist so weit fortgeschritten
und füllt den Raum und denkt sich selber zu
die Stunde – nichts gehofft und nichts gelitten –
mit ihrer Schale später Rosen – Du.

II
Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten,
indessen sammelt sich auf deinem Mund
die ganze Lust, der Purpur und die Blüten
aus deinem angestammten Ahnengrund.

Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen
vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos,
totweiße Rosen, Glied für Glied – Korallen
nur auf den Lippen, schwer und wundengroß.

Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.

III
Ich frage dich, du bist doch eines andern,
was trägst du mir die späten Rosen zu?
Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern,
was ist das alles: er und ich und du?

«Was sich erhebt, das will auch wieder enden,
was sich erlebt – wer weiß denn das genau,
die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden
und dort die Weite, hoch und dunkelblau.»

Gottfried Benn
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